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"Vor den Augen der ganzen Welt" - Wilfried Schröder - Fußball-WM 2006 - Skizzen

Sepp Maiers 2raumwohnung Langhansstr.19, Berlino, Germania
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"Was war meine Veranlassung, als Fußball- und Sport- Dilettant vor dem Fernsehbildschirm sitzend, mit Zeichenstift und farbiger Kreide das Spiel der Fußballer der WM 2006 einzufangen?
Mich hat die Leidenschaft der wie akrobatisch spielenden Männerkörper mitgerissen.
Das Talent der Köpfe, Körper, Beine. Das Flinke, Flüchtige, Farbige. Im rechteckigen Format des Bildschirmes, dem von Linien geformten Spielfeld.
Das war mein Hinschauen: Was sehe ich in der Schnelligkeit des Geschehens, was bleibt meinen Augen, was meinem Gedächtnis?
Mir blieb nur eins: Zeichnen, was ich sehe, um zu behalten, was ich sehe. Das trieb mich an. Zu behalten, was die Kameras mir zeigen: Männer, die miteinander gegeneinander spielen. Um zu siegen, um einen KAMPF zu gewinnen, der durch das Talent, das Können des einzelnen und sein Zusammenspiel entschieden wird - ohne Tote. Wenn auch nicht ohne Heftigkeiten und Aggressionen. Wer siegt, kann im Mittelpunkt des Glücks sich fühlen. Wer ein Tor schießt, glüht vor Glück. Und der Verlierer ist ein Abbild des Unglücks, der Zerknirschung und der kompensierenden Rationalisierungen.
Das weckte mein Mitfühlen: das Glück, der verschwitzte Jubel - und das am Boden sich krümmende schweißnasse Unglück.
Das Finale war die Steigerung aller Spiele, also des Glücks und des Unglücks."
Wilfried Schröder,
04. 05. 2014

Weltmeisterschaft Fußball 2006
Notizen von Wilfried Schröder

14. 06.
„Sie haben es herausgespielt. Nie etwas zufällig!“

Also, nie etwas zufällig? Davor sagte er: herausgespielt.
Das ist die Verbindung zum Machen, was in den Sinn kommt.
Spielen, was in den Sinn kommt und machen, was Sinn hat. Das könnte die Authentizität der Logik des Spiels sein. Das ist das Können des Augen-Blicks, des Moments.

Die Fußballer sind keine Leichtathleten. Kein schmaler, leptosomer, dünner Körper. Brocken sind es. Kräftige Kerle.

„Was hat Tunesien noch zu bieten? – Sich noch mal kurzfristig eingestehen: wir haben Mist gemacht!“

15. 06.
Sie sprechen von der Vermeidung zusätzlicher Belastungen.

„Wenn man die Augen gesehen hat von Arjen van Robben im Spiel, sieht man, den kann man nicht bremsen.“

16. 06.
Holland gegen Elfenbeinküste.
Das erste Tor – durch Freistoß: für Holland.
Kommentar: „Das ist jetzt das Spiel für Holland.“
Ich sehe die Gesichter der Schwarzen, ihre Beklommenheit, den starren Moment, wie den von Depression. Sie müssen weiterspielen. Ich denke: Hoffentlich nun unter angefachtem Feuer, um dieses Tor wettzumachen. Ich reagiere emotional nach dem obigen Satz des Reporters – und schalte TV ab. Ich will ihr Verlieren nicht sehen. Ich möchte, dass die Schwarzen gewinnen. Sie brauchen es mehr, als die Holländer. Sie brauchen es für die Botschaft eines Friedens – des Gegensatzes, der zusammenhaltend Sieg sein kann. Im Land ist Bürgerkrieg. Moslems gegen Christen. In der Mannschaft sind Moslems und Katholiken. Viele der Spieler leben in Europa.
Holland braucht nicht derart dringend einen SYMBOL-SIEG als einen Gemeinschaftsbeweis.
Und jetzt, kurz angeschaltet, sehe ich die Zahlen: 2:0 – für Holland. Ich schalte wieder ab.

22Uhr. Jetzt: Angola gegen Mexiko. Sie spielen, um nicht zu scheitern. Es nimmt mich mit. Als identifiziere ich mich – mit den Angolanern. Ja. So ist es. Ich möchte nicht sehen, wie sie verlieren.
Es ist ein männliches Spiel. Nicht nur, gut zu sein, sondern: zu siegen. Vor den Augen der ganzen Welt. Es ist, dieses Fußballspielen, ein Gemeinschaftsspiel, in dem der einzelne zum Besten werden kann. Es ist ein Spiel wie ein Überlebenskampf. Das Spiel emotionalisiert mich wieder. Das Gemeinschaftliche der Stimmung wühlt mich auf. Ich vermag nicht, etwa abwehrend oder nüchtern, dagegenzuhalten. Ich schalte wieder ab. Die Rationalität hilft nicht: dass alle Spieler wissen, auf was sie sich eingelassen haben. Dass, wer sich in einen Wettkampf einlässt, weiß, dass er auf der Strecke bleiben kann, als Besiegter. Als Schwächerer.
22 Uhr 25: immer noch 0:0. Ich möchte die Niederlage nicht sehen. Ich könnte aber auch einen Sieg sehen – von Angola.



17. 06.
Worte, Sätze von gestern im TV: „Trainingseinheit“, „Stabilität, Kraft, Explosivität“, „Das Tempo mitgehen. Das Tempo ist sehr hoch“, „Man muss dafür das Fitness mitbringen.“

Heute der Trainer Giovanni Trabattoni: „Wegen des Drucks werden wir nervös.“
„Es war lange Zeit Passivität, - bis der Knoten platzte“. „Dann sind die Italiener wegen ihrer Passivität bestraft worden.“

20 Uhr. „Die Tschechien sind über ihren Zenit hinaus.“ Gegen Ghana 2:0 für Ghana!

Verlieren: nicht dabei bleiben. Nicht dabei sein. Nicht mehr gesehen werden. Vergessen werden. Dabei ist doch die Öffentlichkeit der Ersatz der Liebe. Oder ist ihre Vollendung. Ihre Steigerung.

22. 06.
Japan – Brasilien. 1:0 für Japan. Die Japaner: schnell und geschickt. In der Nachspielminute, also ganz kurz vor der Pause, Ronaldos Tor: 1:1. Das, hieß es später, war wichtig für die Brasilianische Mannschaft. Und für Ronaldo. So konnten sie sich in der Pause motivieren, aufbauen. In der zweiten Halbzeit: noch drei Tore der Brasilianer: 1:4 für Brasilien. Jetzt erst, hieß es, sind die Brasilianer in der WM angekommen. Und Ronaldo auch. Auf das Spielerische ihres Spiels, auf das Leichte, haben alle gewartet. Die Japaner, es war zu spüren, bauten ab in ihrem Enthusiasmus. Sie spielten frustriert. (Siehe Zeichnungen III, IV Rückseite. Vier Zeichnungen, I – IV).
Immer schmerzt es mich, Verlierer zu sehen.

25. 06.
„Was brauchen wir zum Siegen? – Starken Willen, Leidenschaft und Glück.“
„Es ist schwer, hoch motiviert und innerlich heiß zu bleiben.“
„Sicherlich müssen wir die Batterie aufladen – damit sie nicht kleiner wird, sondern, dass sie größer wird, für das nächste Spiel.“ (Klinsmann)

27. 06.
„Es drohte, langweilig zu werden, es drohte, in taktischen Zwängen zu ersticken, das Spiel.“

„Sie haben viele Sympathien erworben, aber am Ende nichts in der Hand.“

„Es haben die Spanier zu wenig investiert, zu wenig gewagt",
„Wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben und mit kleinen Schritten weiter machen.“ (Ronaldo).

28. 06.
Heute WM - Pause. Ich merke erst heute Abend, dass Fußballpause ist.



30. 06.
Deutschland – Argentinien.
„Dieses Timing ist noch nicht da. Die Präzision fehlt.“
„Idee gut, Ausführung nicht.“

Das erste Mal eine Niederlage der Deutschen Mannschaft. Sie haben noch 15 Minuten.
„Was sagt uns diese Geste?“, fragt der Kommentator, nachdem der Trainer Klinsmann, aufs Feld blickend, vor Beginn der Verlängerung den Kopf schüttelt.

„Selbstbewusstsein…“ Der Kommentator spricht davon. Das ist es.

„Deutschland ist im Ballbesitz!“
Im Besitz sein – im Spiel im Besitz sein. Im Spiel der Eroberung, im Besitz von Mut und Selbstvertrauen. Und: im Besitz des Balls. Und wenn nicht? Dann wird verloren.
11-Meter: Beide Teams, die Spieler, Arm in Arm, am Spielfeldrand. Arm in Arm.
Ja, diese Aufwühlung der Gefühle: Pudolski: 4:2. Argentinien: 4:3.

Dann…, dann: Deutschland steht im Halbfinale. Tumult zwischen den Teams! Wüst. Aggressionen.

„Fußball-Deutschland im Glückstaumel!“
„Deutschland gewinnt seit 6 Jahren wieder gegen eine große Mannschaft des Weltfußballs. Es war mal nötig und es kam genau zum richtigen Zeitpunkt.“

„Also dann, deutsche Mannschaft, hinauf zu den Sternen. Ab jetzt ist alles drin.“

„11-Meter, das kann man Tausend mal trainieren, hier muss es passieren!“ Sagt Jürgen Klinsmann. Ja. Passieren: das Handeln. Das Gelingen. (Wie in der Kunst. Wie im Leben.)

„Lassen sie uns ein bisschen an ihrem Gefühlsleben teilhaben, Herr Klinsmann.“
„Wir haben ein Team hinter dem Team der Mannschaft…“

Sie spielen. Ich sehe lebendige Bewegung auf dem Bildschirm.

4. 07.
Deutschland – Italien.
Zwei Viertelstunden Nachspielzeit, da erste und zweite Halbzeit 0:0. Am Ende der zweiten Nachspielzeit: die Tore für Italien. Als das erste Tor fällt, sagt jemand neben mir in dem Moment: „Nu sind se endlich raus.“
Italien hat die Weltmeisterschaft gewonnen.

http://www.schroeder-bildhauer.de/

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